Marktreview von Dr. Thomas Langer

Sehr geehrte Damen und Herren

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Wir haben bei der letzten Ausgabe darauf aufmerksam gemacht, dass Europa vor einem Paradigmenwechsel steht – der Brexit wird diesen nun stärker anstossen, aber ein Weltuntergang ist er noch lange nicht. Vielmehr genügt ein kühler Blick auf die Philipps-Kurve um zu erkennen, dass Marktverzerrungen mittelfristig immer wieder aufgelöst werden müssen. Und vielmehr deshalb, das müssen wir deutlich unterstreichen, wird Europa nach dem Brexit leiden. Es geht um Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und Durchsetzungskraft am globalen Markt, kurz: optimale Rahmenbedingungen. Schauen Sie sich nur einmal die Bankenindustrie an: Bezahlsysteme wie Apple-Pay stellen eine ganzes Industriemodell in Frage. Oder die Deutschen Autobauer. Wie werden sie den Technologiesprung à la Tesla überleben?

 

Wie auch immer: Der Fokus rückt nun weg von der Geldpolitik hin zu den politischen Strukturproblemen der Union. Europa hat zweifellos viel Gutes erlebt. Noch nie war das Aussetzen kriegerischer Handlungen so selbstverständlich wie heute. Aber die EU ist kein einheitliches Gebilde. Sie muss es auch nicht sein. Der Fehler der Brüssler Administration liegt unseres Erachtens in jener unbarmherzigen absolutistischen Gleichmacherei, welche Europas Diversität und ihre starken nationalen Wurzeln verkennen. Das wird nicht funktionieren. Der Brexit muss deshalb noch lange keine verpasste Chance der Jugend sein. Im Gegenteil: Vielmehr ist die EU nun gefordert, sich vom Thron des Sonnenkönigs in die Untiefen des Pöbels zu begeben. Dieser hat nämlich gewählt. Es wäre ein wünschenswertes und starkes Zeichen, würde dies erkannt und umgesetzt.

 

Ein wesentliches Wort zur Portfoliokonstruktion und Bewirtschaftung: Ich war noch nie der Meinung, dass viele Portfoliobewegungen ein Zeichen von inhärenter Kompetenz sind. Vielmehr sind sie professionalisierter Aktionismus, kurzfristige Effekthascherei vielleicht auch gebührengeiler Manager (Stichwort Ticket-Fee)…Bleiben Sie entspannt. Wir haben zu einem sehr guten Zeitpunkt Mitte April mit dem Abbau der Aktienquote begonnen – notabene nach dem wir seit dem äusserst turbulenten Jahresstart ruhig geblieben sind. Solche Besonnenheit lohnt sich. Und verwechseln Sie das bitte nicht mit Passivität. Erinnern Sie sich bitte vielmehr an unseren Kommentar zur Theorie der Langen Wellen. Man sollte die Grundidee knapp und gut auch für den Technischen Börsenverlauf verwenden.

 

Ich bin der festen Überzeugung, dass wir noch tiefere Börsenkurse sehen, auch wenn die EZB alles daran setzen wird, die Märkte noch weiter aufzublähen. Das sind dann jene Einstiegszeitpunkte, die sich langfristig lohnen. Noch sind wir nicht soweit, aber der Sommer ist noch lang und die Anzeichen politischer Turbulenzen mehren sich. Behalten Sie bei heissem Wetter kühlen Kopf.

 

 

Freundliche Grüsse

 

Thomas Langer

 

 

Dr. Thomas Langer

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